In Abwesenheit des verletzten Regisseurs Sandro Münch leisten Lukas Volz und Silvan Kenner eine exzellente Spielsteuerung im Angriff der „Spitzmäuse“. Die starke Defensive um Torhüter Marvin Heinz bildet den Schlüssel zum 31:21-Heimsieg gegen die Handball Wölfe Plankstadt. Die Hausherren setzen sich nach der Niederlage der Vorwoche wieder etwas von der Konkurrenz ab. „Großes Lob an die Mannschaft, die sich vom Negativerlebnis im Derby nicht unterkriegen lassen und zudem den bitteren Ausfall von Sandro Münch im Kollektiv ausgeglichen hat. Noch am zweiten Spieltag gegen Lauterstein schien sein Fehlen spielerisch wie mental nicht zu kompensieren zu sein. Insbesondere Silvan Kenner und Lukas Volz haben dies heute herausragend gemacht.“, so der sportliche Leiter Lukas Keppeler.
Im Derby letzte Woche in Wolfschlugen mussten die „Spitzmäuse“ nicht nur den besser aufgelegten Gastgebern Tribut zollen, sondern verloren durch die Verletzungen der Schlüsselspieler Sandro Münch (Knöchel) und Thimo Böck (Finger) zusätzlich zwei immens wichtige Mannschafts-Bestandteile. Während Böck bandagiert sogar von Beginn an mitwirken konnte, fehlte Münch dagegen komplett. Im Angriff ließ Trainer Michael Schwöbel mit Volz auf der Spielmacher-Position beginnen, Münchs Rolle auf der vorgezogenen Position in der Abwehr übernahm SKV-Kapitän Mike Pracht, der nach langer Verletzungspause wieder genesen scheint.
Nach einem nervösen Start währenddessen die Hausherren vermutlich noch die zähe Hinrunden-Partie im Hinterkopf hatten, fand die SKV-Defensive immer mehr zu gewohnter Sicherheit und stellte die Gäste mit einem starken Heinz vor Aufgaben. Lorenz Kenner gelang schließlich nach vier gespielten Minuten der erste Treffer für die „Spitzmäuse“, konnte dabei noch eine Zeitstrafe für Julius Kern ziehen. Bis zum 5:6 durch Nico Schöffel legten die „Wölfe“ jeweils zunächst immer einen Treffer vor. Dennoch war zu sehen, dass sich die Gäste deutlich schwerer gegen die SKV-Defensive taten als dies noch im Hinspiel der Fall war. Für Plankstadts Top-Torschütze Fabian Engels, der im letzten Aufeinandertreffen noch aus allen Lagen traf, gab es dieses Mal kaum ein Durchkommen. Nach längerem Warten erzielte Volz beim 7:6 die erstmalige Führung für die Hausherren (15.). Eine Auszeit von Gäste-Coach Niels Eichhorn schien nicht ihre Wirkung gefunden zu haben, die „Spitzmäuse“ stellten durch Maximilian Fuhrmann sowie Dominik Werbitzky per Positionswurf und schließlich per Gegenstoß auf 11:7 (19.). Zwar verkürzte Nicolas Großhans Sekunden später auf 11:8, dies sollte jedoch der letzte Treffer seiner Farben in Halbzeit eins bleiben. Die aggressive Defensive der „Spitzmäuse“ zwang die Gäste zu insgesamt 28 technischen Fehlern im gesamten Spiel. Gab es dennoch mal einen Abschluss, parierte Heinz entweder wie bei Engels Gegenstoß oder gegen Außenspieler Tadeo Eichhorn. Im Angriff hatte Silvan Kenner mittlerweile das Zepter übernommen. Der 29-Jährige dirigierte das Spielgeschehen herausragend und war beim 15:8 nach zwei Fehlwürfen endlich selbst erfolgreich (25.). Mit Jonas Reinolds Treffer zum 16:8, der sogleich das Ende eines 5:0-Laufs für die Gastgeber war, ging es in die Kabine.
Wieder auf der Platte angekommen, schöpften die „Wölfe“ kurz Hoffnung als Alexander Leibnitz auf 16:9 verkürzte, die hungrigen „Spitzmäuse“ starteten aber unmittelbar den nächsten Lauf durch Volz, Lorenz Kenner, Pracht und Fuhrmann zum 20:9 (38.). Und das Bild wiederholte sich: Linkshänder Leibnitz für die Gäste, vier SKV-Treffer in Folge durch Kapitän Pracht, Silvan Kenner und Florian Brändle. Keeper Heinz, der im Hinspiel noch sehnlich vermisst wurde, hatte nach 45 gespielten Minuten mit zehn parierten Bällen schließlich Feierabend, wurde durch Youngster Tobias Deuschle ersetzt. Silvan Kenners Treffer zum 28:13 bedeutete zwischenzeitlich die höchste Führung der Hausherren an diesem Abend (53.). Der Rückraumspieler, seit Jahren immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen, leistete offensiv wie defensiv einen wichtigen Beitrag zur guten Leistung der „Spitzmäuse“. Es wäre ihm zu wünschen, endlich mal auf Strecke verletzungsfrei zu bleiben. Kenners Fähigkeiten machen das Angriffsspiel der Mannen von Schwöbel noch flexibler. Die letzten sieben Minuten nutzte letzterer um etwas zu experimentieren, testete eine Variante mit dem vierten Rückraumspieler, an diesem Abend leider zu fehleranfällig. Die „Wölfe“ erzielten vier Treffer in Folge, konnten das Ergebnis noch etwas versöhnlicher gestalten. Nachdem Linksaußen Luca Mangold mit einem sehenswerten Dreher zum 31:19 den letzten Treffer für seine Farben erzielte, verkürzten Joshua und Florian Fröhlich final auf 31:21. Der ausgelassenen Stimmung in der Bettwiesenhalle tat dies keinen Abbruch, die Hausherren revanchieren sich erfolgreich für die Niederlage im Oktober und kehren nach der bitteren Derby-Niederlage in die Erfolgsspur zurück. Bereits am kommenden Samstag empfangen die „Spitzmäuse“ die TSG Söflingen zum nächsten Heimspiel. Aufgrund der im Umkreis beliebten Faschings-Feierei wird die Partie bereits um 18.00 Uhr angepfiffen.
Erneut zogen alle Konkurrenten an der Tabellenspitze bei ihren Auswärtspartien den Kürzeren. Während der TSV Wolfschlugen in Hardheim knapp mit einem Tor Unterschied verlor, unterlag Flein im Derby in Bönnigheim relativ deutlich mit fünf Toren Differenz sowie die SG Hegensberg-Liebersbronn knapp im Pfleghof in Langenau. Alle drei Verfolger haben aktuell sieben Punkte weniger auf dem Punktekonto als die Unterensinger. Die SG BBM Bietigheim 2 liegt mit sechs Punkten Differenz auf Platz zwei, hat allerdings eine Partie weniger absolviert.
SKV Unterensingen – Handball Wölfe Plankstadt 31:21 (16:8)
SKV Unterensingen: Deuschle (1 Parade), Heinz (10 P.); Brunngräber (1), Pracht (3), Werbitzky (3), Volz (2), L. Kenner (5), Reinold (3), S. Kenner (3), Böck, Fuhrmann (3/2), Schlau (1), Mangold (2), Brändle (5).
Handball Wölfe Plankstadt: Kaiser, Garcia; J. Fröhlich (2), F. Fröhlich (4), Zincke (1), Engels (2), Verclas (2), Muschelknautz (1), Kern, Eichhorn (1), Großhans (1), Summ (1), Kaiser, Schöffel (2), Leibnitz (2), Treiber (2).
Siebenmeter: 2/2 – 0 (Fuhrmann trifft zweimal – Fehlanzeige)
Zeitstrafen: 8 – 14 (L. Kenner (2), Reinold (2) – J. Fröhlich, Zincke (2), Kern, Großhans (2), Schöffel)
Spielverlauf: 1:2, 5:5, 11:7, 16:8 – 20:9, 24:10, 29:15, 31:21.
Schiedsrichter: Dennis Bastian, Volkan Güler
Zuschauer: 300
Beste Spieler: Heinz, L. Kenner, S. Kenner – F. Fröhlich.

