Hart erkämpfter Heimsieg

SKV Unterensingen – TV Hardheim 30:27 (13:14)

„Spitzmäuse“ zeigen Moral
Mit dem dauerhaften Einsatz des siebten Feldspielers liefern die Gäste aus Hardheim den „Spitzmäusen“ lange ein Duell auf Augenhöhe. Das Team von Michael Schwöbel ringt die „Erftäler“ letztendlich mit einer starken kämpferischen Leistung nieder. Beim 30:27 steuert Lukas Volz das Angriffsspiel der Hausherren herausragend – neben drei eigenen Torerfolgen setzt er den mit sieben Treffern überragenden Kreisläufer Nico Hiller mehrmals erfolgreich in Szene.
Münch feiert Comeback
Ohne den verletzten Linkshänder Lorenz Kenner (Diagnose steht noch aus), dafür aber mit dem nach sieben Wochen wiedergenesenen Sandro Münch starteten die „Spitzmäuse“ ins Spiel. Letzterer wurde nach seiner Fußverletzung vorerst nur in der Verteidigung eingesetzt, sorgte mit seiner Präsenz allerdings für wichtige Stabilität. Spielmacher Volz, Kapitän Mike Pracht und Böck sorgten mit ihren Treffern für die rasche 3:1-Führung der Hausherren (5.). Dass die Gäste weiterhin im Spiel blieben, lag unter anderem an zwei vereitelten Strafwürfen gegen Dominik Werbitzky und Pracht in der Anfangsphase. Die Einwechslung von Hiller am Kreis bereitete den Gästen zudem Schwierigkeiten. Beim 10:6 hatte der Hüne bereits zwei Treffer erzielt sowie erfolgsversprechende Räume für seine Rückraumspieler geschaffen (20.).
Mangelnde Chancenauswertung
Schwächen im Torabschluss gaben den Gästen die Möglichkeit mit drei Treffern in Folge durch Nils Käflein sowie Top-Scorer Huspenina auf 11:10 zu verkürzen. Auch in den folgenden Minuten des ersten Durchgangs blieben die „Erftäler“ dran und gingen beim 13:14 durch Rückraumspieler Philipp Ohlhaut zum ersten Mal an diesem Abend in Führung (13:14). Torhüter Marvin Heinz war es in den Schlussminuten der ersten Hälfte zu verdanken, dass sich die „Spitzmäuse“ nicht noch mit einem größeren Handicap in die Pause verabschiedeten. Mit einer Chancenverwertung übers gesamte Spiel von nur 61 Prozent machten es sich die Gastgeber zudem oftmals selbst schwer.
Hardheims zusätzlicher Angreifer bereitet Probleme
Nachdem die Hausherren durch Kapitän Pracht zunächst postwendend zum Ausgleich kamen und der wieder einmal starke Heinz gegen Huspenina vom Strich parierte, verpassten es die „Spitzmäuse“ zunächst in Führung zu gehen. Stattdessen erhöhten Marius Gärtner und Huspenina zum ersten Mal auf zwei Treffer Unterschied (36.). Folgend konnte Elias Bergmann Florian Brändle nur auf Kosten einer Zeitstrafe stoppen. In Überzahl glichen die Kreisspieler Hiller und Maximilian Fuhrmann vorerst mit ihren Treffern aus. Als mit Philipp Steinbach zudem ein erneuter Hardheimer Spieler für zwei Minuten auf die Strafbank musste, gelang Hiller schließlich der erste Führungstreffer nach langer Zeit (38.). Auf der anderen Seite lieferte Heinz, kaufte auch Philipp Ohlhaut einen Strafwurf ab, musste sich aber unglücklich im Nachwurf geschlagen geben. Im Angriff schienen die „Spitzmäuse“ ihr Mittel gefunden zu haben, beim 21:20 hatte Hiller seinen vierten Treffer in Folge für die Hausherren erzielt (44.). Der langjährige Drittligaspieler zeigte seine bisher beste Partie im SKV-Trikot. Defensiv tat sich die Hintermannschaft von Schwöbel gegen den siebten Feldspieler der „Erftäler“ weiterhin schwer. Immer wieder fanden die Gäste den freien Nebenmann, ließen sich bis zum 22:22 durch Philipp Ohlhaut nicht abschütteln (47.).
Kämpferische Schlussphase
Drei Treffer in Folge für die Gastgeber, vom Strich durch Pracht sowie Brändle und Werbitzky, sorgten zwischenzeitlich für Ekstase im Publikum und veranlasste den TV Hardheim zu einer einminütigen Besprechung (50.). Janis Erlbacher sah in der Endphase von den Unparteiischen die rote sowie zusätzlich blaue Karte, die eine Spiel-Sperre zur Folge hat, nachdem er Werbitzky unglücklich im Gegenstoß zu Fall brachte. Den anschließenden Strafwurf verwandelte Pracht zum 26:23 für die „Spitzmäuse“ (53.). Nachdem der starke Regisseur Volz von Gästetrainer Alexander Schmidt in der Schlussphase mit einer Sonderbewachung versehen wurde, ergaben sich für die weiteren SKV‘ler zusätzliche Freiräume. Dauerbrenner Brändle nutzte diese mit mit seinen beiden Treffern zum 28:25 (57.). Fein herausgespielt auf Linksaußen machte Werbitzky mit dem 30:26 eineinhalb Minuten vor Schluss schließlich den Deckel auf die Partie. Der Anschlusstreffer durch Steinbach war nicht mehr als Ergebniskosmetik.
Noch maximal drei Punkte zur Meisterschaft
Durch den zeitgleichen 39:29-Achtungserfolg des schärfsten Verfolgers TSV Wolfschlugen gegen die SG Lauterstein beträgt der Vorsprung der „Spitzmäuse“ weiterhin acht Punkte. Bei noch fünf ausstehenden Partien benötigen die Mannen um Kapitän Pracht noch maximal drei Punkte, um nicht mehr einholbar zu sein, hat man doch im direkten Vergleich mit den „Hexabanner“ das Nachsehen. Holen die „Spitzmäuse“ am kommenden Samstag in Viernheim einen Punkt mehr als der TSV Wolfschlugen, können sie gar dort schon die Meisterschaft feiern. Der vom SKV eingesetzte Bus fährt um 15.30 Uhr an der Bettwiesenhalle ab.
SKV Unterensingen – TV Hardheim 30:27 (13:14)
SKV Unterensingen: Deuschle, Heinz (14/2 Paraden); Brunngräber, Pracht (6/2), Werbitzky (3), Volz (3), Reinold, S. Kenner (1), Böck (3), Fuhrmann (3), Mangold, Hiller (7), Münch, Brändle (4).
TV Hardheim: Siebenritt (1), Schneider; Erbacher (1), Bergmann (1), Huspenina (8/3), Steinbach (4), M. Gärtner (3), P. Ohlhaut (6/2), Käflein (1), Winter, Häfner, M. Ohlhaut (1), F. Gärtner, Reichard (1).
Siebenmeter: 2/4 – 5/7 (Werbitzky wirft daneben, Pracht scheitert an Schneider – Huspenina scheitert an Heinz, P. Ohlhaut  verwirft gegen Heinz, trifft im Nachwurf)
Zeitstrafen: 6 – 6 (Pracht, S. Kenner, Brändle- Bergmann, Steinbach, M. Gärtner)
Disqualifikation mit blauer Karte: Erbacher (53., grobes Foulspiel)
Spielverlauf: 4:2, 10:6, 12:12, 13:14 – 15:17, 20:20, 25:22, 30:27.
Schiedsrichter: Dennis Bastian, Volkan Güler
Zuschauer: 280
Beste Spieler: Volz, Hiller, Brändle – Siebenritt, Huspenina, Ohlhaut.