Nach der in der Vorwoche errungenen Meisterschaft der Oberliga Baden-Württemberg endet für die „Spitzmäuse“ beim Tabellenletzten die Serie von acht Spielen ohne Niederlage. In einer für beide Mannschaften bedeutungslosen Partie erzielt der TSV Bönnigheim Sekunden vor Abpfiff den Siegtreffer zum 34:33. Kapitän Mike Pracht ist mit acht Treffern erfolgreichster Schütze der Partie, Tobias Deuschle glänzt mit elf Paraden.
„Nach dem Aufstieg und der damit verbundenen Feierei in dieser Woche kann ich mit der Niederlage leben“, SKV-Trainer Michael Schwöbel.
Viele Mitgereiste Anhänger
Michael Schwöbel hatte im Vorfeld der Partie gesagt, dass seine Jungs die Saison genießen wollen und nicht vorhaben die restlichen Spiele abzuschenken. Dass nach dem erreichten Ziel die Früchte dann doch etwas höher hingen, dürfte ein Stück weit menschlich sein. Trotz der Vergabe der „Goldenen Ananas“ fanden überraschend viele Fans der „Spitzmäuse“ den Weg in die ansonsten doch dürftig besuchte Bönnigheimer Sporthalle. Schwöbel hatte sich vorgenommen vor allem den jungen, bisher nicht immer ausreichend zum Einsatz gekommenen Spielern Zeiten zu zugeben. So standen in der Startformation unter anderem Torwart Tobias Deuschle und Linksaußen Luca Mangold, der in dieser Saison noch als A-Jugendlicher gilt. Letzterer war es auch, dem der erste SKV-Treffer gelang, nachdem Rechtsaußen Benedikt Qual die Hausherren mit 1:0 in Führung gebracht hatte. Kapitän Mike Pracht konnte nochmal auf 5:4 verkürzen, bevor die Bönnigheimer einen kleinen Lauf starteten und über ihre besten Torschützen Qual und Rückraumspieler Jaron May auf 8:4 davonzogen (8.).
Die Luft scheint raus
Die „Spitzmaus“-Defensive agierte am Sonnabend nicht mit der gewohnten Aggressivität, was zur Folge hatte, dass Torhüter Deuschle das ein oder andere Mal allein gelassen wurde. Als David Track auf 10:6 erhöhte, hatte Schwöbel vorerst genug gesehen und legte die erste Auszeit-Karte (12.). Seine Schützlinge fassten sich darauf ein Herz und egalisierten den Spielstand mit einem 3:0-Lauf vier Minuten später. In dieser Phase hatte Linksaußen Mangold bereits seinen dritten Treffer erzielt. Generell kamen die „Spitzmäuse“ an Abend diesem aber nicht an ihr Leistungsoptimum. Verlorenen Zweikämpfen in der Defensive und ausgelassenen Chancen im Angriff zufolge kamen die Hausherren über ein 17:14 und 19:16 zum deutlichen 21:17-Halbzeitstand. Eine Gegentreffer-Anzahl, die die Mannen um Kapitän Mike Pracht für gewöhnlich beinahe über die gesamte Distanz bekommen.
„Spitzmäuse“ kämpfen sich zurück
Die zweite Hälfte begann mit einem vom ordentlich agierenden Torhüter Tobias Deuschle gehaltenen Strafwurf gegen TSV-Topscorer Jaron May. Davon angetrieben und mit Rückenwind dauerte es keine zehn Minuten bis die „Spitzmäuse“ mit vier Treffern in Folge durch Florian Brändle, Sandro Münch, Lukas Brunngräber aufs leere Tore und Dominik Werbitzky mit 23:24 in Führung gehen konnten (39.). Überraschenderweise ließen sich die Bönnigheimer, für die es im Übrigen auch um nichts mehr ging, davon nicht unterkriegen und drehten die Partie ebenfalls binnen weniger Minuten zum 27:25 (43.). Die Partie entwickelte sich zu einem Fehlerspektakel, welches dazu führte, dass sich keine der beiden Mannschaften entscheidend absetzen konnte. Sah es zwischenzeitlich danach aus als sei die Luft bei den Gästen raus, kamen sie durch einen Doppelschlag von Kapitän Pracht und einem erfolgreich verwandelten Rebound von Silvan Kenner wieder zum 30:30-Ausgleich (52.).
Heiße Schlussphase mit schlechterem Ende
Die Begegnung entwickelte sich bis zur Schlussminute zu einem Geschehen auf Messers Schneide. Werbitzky gelang nach Rückhandanspiel von Brändle in der 58. Spielminute der Ausgleich zum 33:33, anschließend zogen die „Spitzmäuse“ ein Offensivfoul und gelangen dadurch in Ballbesitz. Für mehr reichte es an diesem Abend dann doch nicht: Nachdem die beiden Unparteiischen das passive Spiel auserkoren hatten, scheiterte Brändle mit einem Distanzwurf über den Block und Heim-Trainer Philipp Dröse rief seine Mannschaft circa 40 Sekunden vor Abpfiff unmittelbar zur Besprechung. War für die Referees hier hingegen kein Anzeichen von passivem Spiel zu sehen, konnten die Hausherren die Uhr mühelos zu Ende laufen lassen und Sekunden vor Schluss zum nicht unverdienten Siegtreffer durch Leon Tingler gelangen. Für den TSV Bönnigheim kommt der Erfolg zu spät, die Mannschaft konnte sich bereits vor der Partie nicht mehr ans rettende Ufer befördern und wird in der kommenden Saison wieder in der Verbandsliga antreten. Die „Spitzmäuse“ bedanken sich bei den mitgereisten Fans und freuen sich bereits auf das letzte Heimspiel der Saison am kommenden Samstag gegen den TV Flein.
TSV Bönnigheim – SKV Unterensingen 34:33 (21:17)
TSV Bönnigheim: Teschke, Kerber (1); Qual (5), Müller (4), L. May (1), J. May (8), Galluccio (2), Herter (2), Mack (4), Zundel (2), Schmid, Track (3), Cakar, Horst, Tingler (2).
SKV Unterensingen: Deuschle (11/2 Paraden), Heinz (n.e.); Brunngräber (3), Pracht (8/3), Werbitzky (4), Volz, Reinold (2), S. Kenner (3), Böck, Fuhrmann, Mangold (3), Hiller (1), Münch (6), Brändle (3).
Siebenmeter: 2/4 – 3/5 (J. May scheitert an Deuschle, Müller verwirft gegen Deuschle – Pracht scheitert an Teschke, Werbitzky scheitert an Kerber).
Zeitstrafen: 8 – 12 (Müller 2, L. May, J. May – Pracht, Werbitzky, S. Kenner, Böck, Fuhrmann, Münch).
Spielverlauf: 9:5, 11:11, 17:16, 21:17 – 23:24, 28:27, 31:31, 34:33.
Schiedsrichter: Maximilian Brodbeck, Jan Glock
Zuschauer: 80
Beste Spieler: Kerber, Qual, J. May – Deuschle, Pracht.

