Nachdem er über zwei Jahre beim damaligen Drittligisten TV Plochingen an der Seitenlinie stand, übernahm Michael Schwöbel zur Saison 2022/2023 das Zepter bei den sich in der Abwärtsspirale befindenden „Spitzmäusen“. Im Rahmen eines radikalen Umbruchs formte er gemeinsam mit seinem Trainerteam Michael Hackius und Oliver Hihn (zuvor Konstantin Glöckler) ein in sich stimmiges Kollektiv. Nach dem makellosen Aufstieg aus der Verbandsliga steht Schwöbels Team erneut ganz oben. Vor einigen Wochen hat Michael in Absprache mit seiner jungen Familie grünes Licht für einen Verbleib beim SKV gegeben. „Viele Beispiele aus dem Leistungssport zeigen, dass Kontinuität auf der Trainerbank positiv mit Erfolg korreliert. Ich bin sehr glücklich darüber, dass Michi Schwöbel unseren gemeinsamen Weg fortsetzen möchte.“, freut sich der sportliche Leiter Lukas Keppeler über die Zusage seines Chef-Trainers. Ebenso weiterhin zum Trainerteam zählen, wird Assistent Michael Hackius, der bereits als Spieler das SKV-Trikot trug und nicht mehr wegzudenken ist. Im Folgenden äußert sich Schwöbel über die vergangene Hinserie.
Michael, ihr steht zum Jahreswechsel an der Spitze der Oberliga Baden-Württemberg. Du hattest in deinem Ausblick auf die Saison angesprochen, dass ihr kein gewöhnlicher Aufsteiger seid. Hättest du hingegen mit dieser Platzierung gerechnet?
Schwöbel: Mit dieser Platzierung konnten wir nicht rechnen. Wir sind zwar mit großem Selbstvertrauen in die Saison gestartet, hatten und haben aber Respekt vor der Ausgeglichenheit der Liga.
Nach fünf Spielen standet ihr mit ausgeglichenem Punktekonto und bereits zwei Niederlagen im Tabellenmittelfeld, es folgten acht Siege in Folge. Was hat sich verändert, um eine derartige Souveränität in die Spiele zu bringen?
Schwöbel: Gegen Ende der Vorbereitungsphase hatten wir leider verletzungsbedingte Ausfälle und mussten angeschlagene Spieler im Training schonen. Dadurch kamen wir zu Beginn nicht in unseren gewohnten Rhythmus. Dies hat sich im Laufe der ersten Spiele verbessert. Dazu kommt, dass man einzelne Spiele schwer vergleichen kann.
Im Vergleich zur letzten Verbandsliga-Saison seid ihr von großem Verletzungspech geplagt. In Torjäger Lorenz Kenner und Kapitän Mike Pracht fielen Leistungsträger über längere Zeit aus. Samuel Klotz und Nico Hiller fehlen weiterhin. Dennoch hat es deine Mannschaft geschafft die Ausfälle im Kollektiv zu kompensieren. Wie blickst du auf diese Tatsache?
Schwöbel: Die Kompensation von verletzten Spielern ist uns während der Saison immer besser gelungen. Wir haben es geschafft unser System in Abwehr und Angriff trotz einzelner Ausfälle in den Spielen durchzudrücken.
Trotz einiger bekannter Namen brachte die neue Oberliga Baden-Württemberg viele Unbekannte mit sich. Welche Mannschaften oder auch Spieler sind für dich die größten Überraschungen der Hinrunde?
Schwöbel: Insgesamt sehe ich keine großen Überraschungen. Die Heimstärke vieler Mannschaften, insbesondere der badischen Mannschaften, ist auffällig. Einfache Spiele gibt es keine und jede Aufgabe muss fokussiert angegangen werden.
Du hast für deine fünfte Saison als Cheftrainer beim SKV Unterensingen zugesagt. Wie beschreibst du die Entwicklung der vergangenen Jahre und welches Potential steckt noch in den „Spitzmäusen“?
Schwöbel: Ich denke, wir haben uns stetig weiterentwickelt und konnten mit dem Aufstieg und der guten Hinrunde die erste Ernte der Anstrengungen einfahren. Wir sind noch nicht am Ende unserer Möglichkeiten, müssen allerdings erstmal die bisherigen Leistungen bestätigen.
Kommende Spielzeit kommt mit Philipp Keppeler der Kapitän des TSV Neuhausen/Filder zum SKV Unterensingen zurück. Welche Impulse erhoffst du dir von ihm auf und neben dem Spielfeld?
Schwöbel: Philipp hat viele Jahre 3. Liga auf hohem Niveau gespielt und wir hoffen, dass er die gesammelten Erfahrungen in die Mannschaft einbringt und unser starkes Kollektiv besser macht. Als echter Unterensinger ist es auch auf der emotionalen Schiene ein bedeutendes Zeichen.
Abschließend ein kleiner Ausblick auf die Rückrunde, die am 24. Januar gleich mit einem Highlight gegen den Tabellenzweiten SG BBM Bietigheim 2 startet. Was muss passieren, dass du im Mai von einer erfolgreichen Saison sprichst?
Schwöbel: Dies möchte ich nicht an einer konkreten Platzierung festmachen. Für mich ist wichtig, dass wir aus der jeweiligen Situation das Maximale herausgeholt haben. Dazu wollen wir unser Publikum, mit emotionalem Handball weiter begeistern.
Bild: Peter Gebhard

