Am Freitag um 20.24 Uhr war es soweit: Kapitän Mike Pracht führte die „Spitzmäuse“ zu ihrem ersten Heimspiel in der Regionalliga in der SKV-Geschichte auf das Parkett der Bettwiesenhalle. Bevor dann der erste Ball geworfen wurde, wurde zunächst der langjährige Spieler Tim Paßmann, ein Unterensinger Eigengewächs, der Mitte der vergangenen Saison zum TSV Deizisau gewechselt war, von Abteilungsleiter und Hallensprecher Marc Burkhardt verabschiedet.
Und um 20.33 Uhr erzielte dann Rückkehrer Philipp Keppeler per Strafwurf den ersten Unterensinger Heimtreffer der jungen Saison. Es war das Tor zum 1:1-Ausgleich. Zuvor hatte Meißenheims zweitligaerfahrener Top-Scorer Alexander Velz seine Farben in Führung gebracht. Drei Tore trug Velz bis zum 5:5-Zwischenstand in der 13. Spielminute bei, und es schien, als ob er zum Alleinunterhalter auf Gästeseite werden würde. Doch in der Folge bekam ihn die SKV-Abwehr immer besser in den Griff: am Ende blieb es bei sechs Velz-Toren, wobei er noch von Sandro Münch (8), sowie Philipp Keppeler unf Flo Brändle (je 7) übertroffen wurde.
Nach dem 6:6 sorgten dann Kim Nusser, Brändle und Keppeler beim 9:6 erstmals für einen Dreitore-Vorsprung, der noch zum 12:8 ausgebaut wurde. Danach versäumten es die Gastgeber durch einen vergebenen Strafwurf und einen missglückten Tempogegenstoß, die Führung weiter zu vergrößern. Stattdessen stand es in der 27. Minute wieder 12:12 unentschieden. Absolut wichtig, dass Sando Münch den Meißenheimer Lauf mit einem Doppelpack zum 14:12 unterbrach, und mit der Halbzeitsirene stellte Flo Brändle den 15:13-Pausenstand her, setzte damit den Schlusspunkt unter eine furiose tempogeladene Halbzeit. Unbestrittener Star des ersten Durchgangs aber war Keeper Marvin Heinz, der schon bis dahin dreizehn Bälle pariert hatte, und das keine einfachen, sondern etliche sogenannte „Freie“. Mehrfach, so bei einer Doppelparade, wurde er vom begeisterten Publikum und von Hallensprecher „Buggi“ Burkhardt gefeiert.
Die zweite Spielhälfte begann, wie die erste endete – mit einer Parade von Marvin Heinz, der anschließend Philipp Keppeler auf die Reise schickte und der wieder das erste SKV-Tor erzielte. Zwischen der 39. und der 46. Spielminute bauten die Hausherren ihren Vorsprung auf sieben Tore aus, zunächst nach einem weiteren Münch-Doppelschlag zum 23:16, dann durch Brändle zum 24:17 und dann zweimal durch Mike Pracht, der jeweils geschickt auf die Kreisposition eingelaufen war, zum 25:18 und 26:19. Das Spiel war aber nicht durch – besonders dank Bastian Funke und Felix Haag kamen die Gäste wieder auf drei Tore heran. Beim Stand von 30:27 nahm Trainer Michael Schwöbel bereits in der 53. Spielminute seine letzte Auszeit. „Ich wollte in der Schlussphase nochmal meine beste Abwehr auf dem Feld haben und Mehrfachwechsel zwischen Angriffs- und Abwehrformation vermeiden“, erklärte er nach der Partie. Die Maßnahme zahlte sich aus – den Gästen gelang in den letzten sechs Spielminuten nur noch ein Tor, auch weil ihnen Torwart Heinz endgültig den Zahn zog, und weil die Routiniers nicht nur hinten konsequent zupackten sondern in Person von Münch, Keppeler (mit seinem sechsten Feldtor im sechsten Versuch) und Brändle sowie Luis Sommer und Max Fuhrmann, der das 35:28-Endresultat herstellte, auch vorne erfolgreich waren. Spielleiter Lukas Keppeler atmete schließlich erleichtert auf: „Vor einer Woche in Teningen hatten wir nichts zu verlieren, da war ich noch recht entspannt. Aber heute, gegen einen Mitaufsteiger, standen wir schon unter Druck – da mussten die Punkte her.“ Trainer Schwöbel, der noch kurzfristig auf den Einsatz des erkrankten Nico Hiller und des angeschlagenen Silvan Kenner hatte verzichten müssen, war stolz auf seine personell reduzierte Truppe. Und er lobte auch die Fans und die „blaue Wand“, die das Team nach vorne gepeitscht hatten. Eine ähnliche Unterstützung wünscht er sich auch nächste Woche bei der HSG Ostfildern, da sollen die Unterensinger die Partie in der Körschtalhalle „zu einem Heimspiel machen.“
SKV Unterensingen: Heinz, Deuschle; Pracht (3/1), Werbitzky (2), Nusser (1), Hofer (1), Fuhrmann (3), Sommer (3), Mangold, Münch (8), Keppeler (7/1), Brändle (7).
HTV Meißenheim: Zander, Ockenfuß; Ehret (3), Zürcher (3), Huser (1), Leppert, Funke (4), Wöhrle (1), Haag (3), Schröder, Philipp Hasemann (2), Haffner, Velz (6), Weiser, Jannik Hasemann (2), Ammel (3).
Schiedsrichter: Hommel/Jakober (beide TSV Süßen)
Zuschauer: 500
Zeitstrafen: Werbitzky, Fuhrmann, Sommer, Brändle – Zürcher (2), Ehret, Huser
Siebenmeter: 3/2 (Zander hält gegen Keppeler) – 1/0 (Ph. Hasemann über das Tor)
(von Heinz Ulrich Schmid, Foto Ralf Just)


