Die „Spitzmäuse“ beenden das letzte Spiel in der Bettwiesenhalle positiv, gewinnen hauchdünn mit 30:29 gegen den TV Flein. Das treue Publikum feiert neben der Meisterschaft eine tolle Saison. In seinem letzten Spiel für die Spitzmäuse überzeugt Lukas Brunngräber mit einer ausgezeichneten Leistung.
Wiedergutmachung angesagt
Trotz vorgezogener Meisterschaft inklusive Aufstieg wollten sich die „Spitzmäuse“ nach der bedeutungslosen Niederlage der Vorwoche beim TSV Bönnigheim mit einem Erfolgserlebnis von ihrem Publik verabschieden. Die gut 250 Zuschauer sahen einen couragierten SKV, der nach Toren von Nico Hiller, Florian Brändle, Mike Pracht vom Strich sowie einem Doppelpack vom scheidenden Brunngräber bereits nach zehn Minuten mit 5:3 in Führung lagen. Die Gäste von Trainer Rudolf Wagner, die den Relegationsplatz in ihrem vorgezogenen letzten Spiel nicht mehr erreichen konnten, legten dennoch alles in die Waagschale und boten den „Spitzmäusen“ mit engagiertem Tempohandball Paroli. Beim 7:8 durch Timon Ströbel hatten die Fleiner das Blatt erstmals gewendet. Auch nach einer Auszeit von Michael Schwöbel legten die Gäste weiterhin munter vor. Zweimal trug sich der starke Zweikampfspieler Kevin Hamberger in den nächsten Minuten in die Torschützenliste ein. Angetrieben vom Publikum und dem sicheren Rückhalt Tobias Deuschle markierte Kapitän Mike Pracht schließlich wieder die Führung für die Hausherren, die Youngster Luca Mangold postwendend per Tempogegenstoß zum 13:11 ausbaute (24.). Das Spielgeschehen wurde in den Minuten bis zur Halbzeit von den Fleinern, vor allem durch den wurfgewaltigen Cedric Ziegler, aufrecht erhalten. Jonas Reinold sorgte final mit einem Distanzwurf für die 16:15-Halbzeitführung der Hausherren.
Flein verlangt dem SKV alles ab
Die Gäste, vor der Saison einer der am heißesten gehandelten Kandidaten für den Aufstieg und sicherlich auch etwas hinter den persönlichen Erwartungen, wollten die Saison keinesfalls mit einer Niederlage beenden. Sie behaupteten sich im Tempospiel und konnten bis zur 40. Spielminute immer wieder einen Treffer vorlegen, sei es durch Hamberger, Regisseur Sven Kroll oder den treffsicheren Rechtsaußen Timon Ströbel. Inzwischen stand Routinier Marvin Heinz im Gehäuse der „Spitzmäuse“, verlieh seiner Hintermannschaft zusätzlich Stabilität. So gelang Maximilian Fuhrmann mit dem 21:20 die erste Führung seit einiger Zeit, Sandro Münch und Brunngräber mit einem sehenswerten Dreher erhöhten zudem auf 24:22 (45.). Als Kapitän Pracht vom Strich scheiterte und Ziegler zum erneuten Ausgleich kam, war nochmal Feuer in der Partie. Beide Mannschaften wollten sich mit etwas Zählbarem verabschieden. Nachdem die Gäste gar die Chance zur Führung hatten, diese aber ausließen, setzte Florian Brändle Hiller in Szene, der nur auf Kosten eines Fouls gestoppt werden konnte. Dominik Werbitzky verwandelte den abnschließenden Strafwurf souverän und Brändle brachte seine Farben nach einem vorausgehenden Steal mit 30:28 in Führung. Den Gästen war nur noch der Anschlusstreffer durch Ziegler vergönnt.
Tränen fließen
Mit den traditionellen Verabschiedungen stand der emotionalere Teil des Abends an. Abteilungsleiter Marc Burkhardt, Kapitän Mike Pracht sowie Simon Eßinger aus der zweiten Mannschaft moderierten die Danksagungen an langjährige Verdiente. Mit Vereinsikonie Stefan Braunschmid, dem langjährigen Spieler und Co-Trainer Patrick Götz, sowie schließlich dem nach 43 Jahren als Spieler und Funktionär scheidenden Trainer M2 Tobias Klett erhielten zuerst die Mitglieder der zweiten Herrenmannschaft ihre wohlverdiente Abschiedsrede.
„Ein Spieler, den jeder Trainer gerne in seinen Reihen hätte.“,
SKV-Trainer Michael Schwöbel über seinen scheidenden Spieler Thimo Böck.
Von der Oberliga-Mannschaft ergriff Burkhardt zuerst herzerklimmende Töne für Allrounder Thimo Böck und Lukas Brunngräber, die die „Spitzmäuse“ beide in Richtung Plochingen verlassen werden. Böck und Brunngräber waren maßgeblich an den Erfolgen der letzten beiden Jahren beteiligt und auch abseits des Spielfelds ein wichtiger Teil der Mannschaft. Die nächsten Worte des Abteilungsleiters gehörten SKV-Eigengewächs Tim Paßmann, der die „Spitzmäuse“ nach der Hinrunde in Richtung TSV Deizisau verließ und aufgrund seines eigenen Spiels nicht anwesend sein konnte. Ebenso gebührt ein Dank dem verhinderten Lukas Volz, der zur kommenden Saison eine Spielertrainer-Aufgabe beim TV Stetten annehmen wird. Auch er trug in den letzten drei Jahren seinen Teil dazu bei, dass der SKV in der kommenden Saison in der Regionalliga starten darf. Last but not least, feierten die Zuschauer Co-Trainer Oliver Hihn, der die erste Männermannschaft nach sämtlichen Jahren als Spieler fortan von der Seitenlinie betreute. Hihn wird kürzer treten, dem SKV aber weiterhin als Funktionär verbunden bleiben.
Nur eine Niederlage in der Bettwiesenhalle
Seit der deutlichen 30:37-Heimniederlage am 27.09.2025 am ersten Spieltag gegen die SG Lauterstein sind die Mannen von Schwöbel daheim ungeschlagen. Über drei Spielzeiten gesehen, verloren die „Spitzmäuse“ gar nur zwei Partien im eigenen Wohnzimmer. Die andere Niederlage war 2024 in der Verbandsliga gegen die SG Weinstadt. Nachdem der TSV Wolfschlugen seinen Matchball zur Aufstiegsrelegation mit der 37:29-Niederlage im Derby bei der SG Hegensberg-Liebersbronn nicht verwandeln kann, baut der SKV seinen komfortablen Vorsprung auf den ersten Verfolger wieder auf zehn Punkte aus.
SKV Unterensingen – TV Flein 30:29 (16:15)
SKV Unterensingen: Deuschle (5 Paraden), Heinz (7 P.); Brunngräber (4), Pracht (3/2), Werbitzky (4/1), Reinold (3), S. Kenner (1), Böck (2), Fuhrmann (2), Mangold (1), Hiller (2), Münch (4), Brändle (4).
TV Flein: Nicht, Brösch; Kloke (2), Lauer (1), Ziegler (6/3), Unizycki, Reichert (4), Wahl, Kachelmuß (2), Ströbel (6), Hamberger (3), Kroll (5), Buck.
Siebenmeter: 3/4 – 3/3 (Pracht wirft drüber – Ziegler verwandelt alle ).
Zeitstrafen: 2 – 8 (Böck – Kloke, Ströbel 2, Hamberger).
Spielverlauf: 5:4, 9:10, 13:11, 16:15 – 19:19, 24:22, 27:27, 30:29.
Schiedsrichter: Frank Härterich, Marc Volle
Zuschauer: 250
Beste Spieler: Brunngräber, Brändle – Ströbel, Kroll.

