Immer wieder Tobias Deuschle

SKV Unterensingen – TSG Söflingen 31:24 (18:12)

Die „Spitzmäuse“ trotzen den personellen Gegebenheiten mit der vielleicht besten Mannschaftsleistung der bisherigen Saison, gewinnen souverän mit 31:24 gegen die sich im Aufwind befindende TSG Söflingen. Während Youngster Tobias Deuschle mit 38 Prozent an gehaltenen Bällen hinten Beton anrührt, setzen Taktgeber Lukas Volz und Silvan Kenner ihre Halbspieler Florian Brändle und Lorenz Kenner im Angriff ideal in Szene und sind dabei selbst noch torgefährlich. Beim Faschings-Spezial finden erfreulich viele Verkleidete den Weg in die Unterensinger Bettwiesenhalle.
Vor den Augen der ehemaligen SKV-Torhüter Toni Lutter und Engelbert Eisenbeil, die sich aktuell als Trainer mit ihren Regionalliga-Teams TV Neuhausen/Erms bzw. TV Plochingen im heißen Abstiegskampf befinden, startete Michael Schwöbel mit seiner beinahe gewohnten Formation ins Kräftemessen mit der TSG Söflingen. Ausnahme: Für den verletzten Regisseur Sandro Münch übernahm Lukas Volz das Zepter, im Tor startete Tobias Deuschle für den krankheitsbedingt gehandicapten Marvin Heinz. TSG-Trainer Philipp Eberhardt griff zu einem nicht alltäglichen Mittel, ließ die Seiten tauschen nachdem er die Platzwahl gewonnen hatte. Hintergrund war vermutlich ein taktischer: Er bezweckte damit wohl Routinier Kevin Kraft in Halbzeit zwei Pausen in der Abwehr geben zu können. Die starke Defensive der „Spitzmäuse“ setzte die „Mannschaft der letzten Wochen“ von Beginn an unter Druck, ging schnell mit 3:1 durch Maximilian Fuhrmann, Volz und Thimo Böck in Führung (5.). Dass die Gäste den Anschluss bis zum 6:5 durch Linksaußen Patrick Klöffel halten konnten, lag mit unter an Torhüter Marco Azevedo Marques, der Fuhrmann nach acht gespielten Minuten den ersten Strafwurf abkaufte. Bereits der zweite Steal mit anschließend erfolgreich verwandeltem Gegenstoß durch Böck, Brändle aus dem Hinterhalt sowie zwei weitere Treffer des stark aufspielenden Lorenz Kenners zum 12:7 besiegelten die erste komfortable Führung für die Hausherren und die daraus resultierende Auszeit von TSG-Trainer Philipp Eberhardt (17.). Bereits in Halbzeit eins war es immer wieder Youngster Deuschle, der die Gäste aus aussichtsreichen Wurfpositionen am Torerfolg hinderte. Zwar verkürzten Robin Schieß und „Beidhänder“ Kraft, bester Söflinger Spieler an diesem Abend, zwischenzeitlich auf 12:9, drei weitere Treffer von Linkshänder Lorenz Kenner, der ein ums andere Mal exzellent von Namensvetter Silvan Kenner in Wurfposition gebracht wurde, sorgten mit dafür, dass die „Spitzmäuse“ mit einem unerwartet hohem 18:12 in die Pause gingen.
Routinier Maximilian Schlau war der erste Treffer der zweiten Hälfte vergönnt. Nico Hiller hatte nach zweimonatiger Verletzungspause zwar seine erste Trainingswoche überstanden und war im Kader, erhielt aber noch keine Einsatzseiten. Heinz, der krankheitsbedingt nach Dienstag keine Trainingseinheit bestritt, hatte nur einen Kurzeinsatz zum Strafwurf gegen Klöffel, beendete seinen Arbeitstag mit einer Parade und dem daraus resultierenden makellosen Arbeitszeugnis. Ob sich die „Spitzmäuse“ nach dem 25:16 durch Schlau zu sicher fühlten, bleibt wohl offen (41.). Eberhardt hatte inzwischen eine offensive Verteidigung gegen Goalgetter Lorenz Kenner angeordnet, woran der SKV-Angriff keinen Gefallen fand. Fünf Tore der Gäste aus dem Ulmer Stadtteil in Folge zum 25:21 ließen wieder etwas Spannung in der Bettwiesenhalle aufkommen. Auch eine Auszeit von Schwöbel brachte zunächst keine Besserung (44.), die Söflinger hatten gar die Möglichkeit auf drei Tore Unterschied zu verkürzen. Nach acht torlosen Minuten der Gastgeber durchbrach Fuhrmann per Strafwurf längst ersehnt den Bann. Nachdem Kraft zwar nochmal auf 27:23 verkürzten konnte, verließen die Gäste dann doch etwas die Kräfte. Einen großen Anteil am Erfolg hatte Schlussmann Deuschle, exemplarisch waren seine Paraden gegen TSG-Linksaußen Roland Kroll. Nachdem ihm Deuschle in einer für die „Spitzmäuse“ kritischen Phase einen Gegenstoß abkaufte, scheiterte Kroll später zwei weitere Male am 21-Jährigen, der der Partie mit 15 Paraden mächtig seinen Stempel aufdrückte. Schließlich sorgten dreimal Silvan Kenner und Brändle mit ihren Treffern zum 31:23 für die Vorentscheidung. Der letzte Treffer der Partie war dem agilsten Akteur der Gäste, Kevin Kraft, zu verbuchen.
Die Mannen um Kapitän Mike Pracht bedanken sich bei überraschend vielen Fans, die trotz Fasching den Weg in die Bettwiesenhalle gefunden hatten. Nächsten Samstag steht bereits das Lokal-Derby bei der SG Hegensberg-Liebersbronn an. Die „Spitzmäuse“ halten den Vorsprung auf Rang zwei bei mittlerweile acht Punkten Vorsprung, können ganz befreit aufspielen.
SKV Unterensingen – TSG Söflingen 31:24 (18:12)
SKV Unterensingen: Deuschle (15 Paraden), Heinz (1 P.); Brunngräber, Pracht, Werbitzky, Volz (4), L. Kenner (8), Reinold (1), S. Kenner (4), Böck (2), Fuhrmann (3/1), Schlau (4), Mangold, Hiller (n.e.), Brändle (5).
TSG Söflingen: Beuthner, Azevedo Marques; Kraft (8), Schieß (1), Hadzic, Veil (2), Engelhardt, Bauer (2), Klöffel (4/3), Bachner (1), Krieger (1), Schanzel, Kruzinski, Thimm, Widmann (4), Kroll (1).
Siebenmeter: 1/3 – 3/4 (Fuhrmann scheitert an Azevedo Marques, Werbitzky verwirft gegen Azevedo Marques – Heinz hält gegen Klöffel)
Zeitstrafen: 4 – 4 (Werbitzky, S. Kenner – Schieß, Bauer)
Spielverlauf: 4:2, 9:6, 13:9, 18:12 – 25:16, 25:21, 27:23, 31:24.
Schiedsrichter: Julien Pilz, Yannick Pilz
Zuschauer: 200
Beste Spieler: Deuschle, Volz, L. Kenner – Kraft.