SKV besiegt das Top-Team Baden-Baden deutlich mit 32:25

„Spitzmäuse“ haben mit 9:7 Zählern erstmals in dieser Saison ein positives Punktekonto

„Einen Großen schlagen“ – dieses Motto stand als Überschrift schon auf der Taktiktafel des SKV und wurde schließlich am Samstagabend auch in die Tat umgesetzt. „Dass wir mithalten können, war mir klar, aber dass wir mit sieben Toren gewinnen, hätte ich vorher doch nicht gedacht“, konstatierte Kapitän Mike Pracht. Und nach zehn Spielminuten sah es auch nicht danach aus. Nach dem schnellen Führungstor durch Sando Münch stotterte der SKV-Angriff und die Gäste gingen ihrerseits mit 7:3 in Führung. Das war für Trainer Michael Schwöbel Grund genug, eine frühe Auszeit zu nehmen. Er ermahnte seine Spieler, auch angesichts des Rückstandes ruhig zu bleiben. Auch war dem Trainer klar, dass beim Gegner die Kräfte der Leistungsträger, die fast durchspielen mussten, nachlassen würden. Da hatten die Unterensinger ganz andere Wechselmöglichkeiten: das ging gleich los mit Luis Sommer (am Ende mit fünf Toren erfolgreichster SKV-Werfer), der nach der Auszeit auf das Parkett kam und Sekunden danach auf 4:7 verkürzte. „Am Anfang haben wit zuviel Fehler gemacht und wir haben auch Zeit gebraucht, uns auf die Linie der Schiedsrichter einzustellen“, analysierte Pracht. Aber das ging dann schnell: mit Max Fuhrmann (Anschlusstreffer zum 6:8) und Julian Hofer (Ausgleich zum 9:9 in der 17. Spielminute) gelangen zwei weiteren Einwechselspielern wichtige Tore. „Und dann kommt unser Keeper Marvin Heinz ins Spiel“, strahlte Coach Michael Schwöbel. Es begann in der 14. Minute, als Heinz einen Tempogegenstoß bravorös parierte und dann lief unser Torwart richtig heiß – nach dem 11:13 (23.) ließ er bis 33. Minute inm zweiten Durchgang keinen weiteren Treffer mehr zu. Ein Höhepunkt war die 25. Spielminute, als Heinz zunächst selbst zum 13:13 ins leere Tor der Baden-Badener traf, dann im Gegenzug einen Strafwurf abwehrte. Seine Mitspieler nahmen diese Vorlage auf und Max Fuhrmann sowie Mike Pracht trafen zum 15:13-Halbzeitstand, der ersten Zwei-Tore-Führung des SKV.

Der Start in den zweiten Durchgang verlief optimal für die Gastgeber: Nach einem tollen Spielzug traf Sandro Münch zum 16:13 und Marvin Heinz parierte auf der anderen Seite den nächsten Siebenmeter. Jetzt war auch das Heimpublikum richtig da, pushte die Mannschaft nach vorne. Nico Hiller sorgte beim 24:19 für den ersten Fünf-Tore-Vorsprung, Dominic Werbitzky nach dem 24:20 mit einem Doppelpack zum 26:20 für eine Sechs-Tore-Führung. Baden-Baden versuchte es danach mit einer offenen Manndeckung, kam aber nicht mehr näher als auf 22:26 heran. Der SKV fand auch dagegen eine Lösung. Eine besondere Stärke der „Spitzmäuse“ war, dass von allen Positionen, von Rechtsaußen über den Kreis und den Rückraum bis zum Linksaußen Tore erzielt wurden. Elf Akteure hatten sich am Ende in die Torschützenliste eingetragen, acht davon mit mindestens drei Treffern. Zudem überragten in der Abwehrarbeit vor allem Florian Brändle und in der zweiten Hälfte Silvan Kenner. So kam der am Ende klare Sieg „gegen einen Großen“ (der TVS ist weiterhin Tabellenzweiter) nicht mehr in Gefahr. Jonas Reinold setzte den Schlusspunkt zum 32:25-Endresultat.

Es wurde letztendlich ein sehr erfolgreicher Samstag für Unterensingens aktive Handballer: in der Bezirksklasse hatte die 3. Mannschaft mit einem 33:29-Sieg im Vorspiel gegen HC Wernau II vorgelegt, und in der Bezirklsliga rundete die zweite Mannschaft später mit einem 34:25-Erfolg gegen die erste Wernauer Mannschaft den Abend ab.

SKV Unterensingen:  Heinz (1), Deuschle; Keppeler (4/2), Pracht (3), Münch (3), Hiller (3), Brändle (2), Werbitzky (3), Sommer (5), Hofer (4), Fuhrmann (3), Mangold, Silvan Kenner, Reinold (1).     

TVS Baden-Baden:  Frensel, Meßmer, Herbert; Materna (3), Löhmar (4), Schlageter (3), Kimmel, Wichmann, Schlager, Klingeler (4/1), Koch (1), Henke, Ockert (4/2), Strüwing (4), Veith (2).

Schiedsrichter:  Frasch (1. Heubacher Handballverein) / Röhler (SG Weissacch im Tal)

Zuschauer:  400

Zeitstrafen: Münch (2), Sommer – Schlager, Veith, Schlageter, Strüwing

Siebenmeter:  2/2 – 7/3 (Heinz pariert gegen Ockert und Strüwing, Klingler neben und Materna über das Tor)

Bericht: Uli Schmid

Foto: Stefan Rosenfeld