Sehr engagiert und motiviert starteten die SKV-Handballer gegen den Favoriten aus Heiningen ins Spiel, nahmen mit ihrem Tempospiel die Halle gleich richtig mit. Nach knapp fünf Spielminuten und Toren von Nico Hiller, Luis Sommer (2) und Sandro Münch stand ein 4:1 an der Anzeigetafel. Trainer Michael Schwöbel hatte den Gegner mit einer 6:0-Deckung (statt der sonst üblichen 3:2:1-Abwehr) vielleicht überrascht. Diese Abwehr präsentierte sich vor einem sehr gut aufgelegten Keeper Marvon Heinz (sieben Paraden im ersten Durchgang) als sehr aktiv in den Zweikämpfen. Nach einem von Philipp Keppeler verwandelten Strafwurf betrug der Vorsprung nach zehn Minuten beim 8:4 schon vier Tore. Ebenso wie beim 12:8 in der 18. Minute – gleich sieben verschiedene Akteure hatten sich bis dahin schon in der Torschützenliste der „Spitzmäuse“ eingetragen. Ein paar unglückliche Entscheidungen und Fehlpässe, aber auch ein paar dumme Zeitstrafen (Zeitstrafenverhältnis in der ersten Halbzeit 4:2 zuungunsten des SKV), ließen den Vorsprung schmelzen, führten gar zum Führungswechsel. Den 0:5-Lauf unterbrach erst Luca Mangold mit seinem ersten Saisontor zum 13:13-Ausgleich. Jonas Reinold ließ seine ersten Saisontore zur 14:13- und 15:14-Führung folgen. Schade war, dass die Heininger die 16:15-Führung, die Sandro Münch erzielt hatte, nach einer Auszeit noch mit der Halbzeitsirene zum 16:16-Pausenstand ausglichen. „Das war eine ganz starke erste Halbzeit gegen einen absoluten Top-Gegner“, war Trainer Schwöbel mehr als zufrieden, vor allem „die gute Wurfquote“ lobte er, und „dass wir gegen die offensive Abwehr gute Lösungen gefunden haben.
Der zweite Durchgang war aus Unterensinger Sicht leider nicht mehr auf gleichem Niveau, während die seit einiger Zeit gut eingespielten „Staren“ um die Kohnle-Brüder das Kommando übernahmen. Ein letztes Mal brachte Philipp Keppeler seine Farben nach dem Seitenwechsel mit 17:16 nach vorne, danach liefen die Hausherren nur noch einem Rückstand hinterher. Bis zum 21:22, das Nico Hiller in Unterzahl erzielte, hielten sie den Anschluss. Zahlreiche weitere Zwei-Minuten-Strafen folgten (in Summe neun für den SKV, sechs für den TSVH), „und da ist es zusätzlich schwer, eine Linie und einen Rhythmus zu finden“, meinte Schwöbel. „Es gab für alles Zeitstrafen – das war unterirdisch“, monierte der sportliche Leiter Lukas Keppeler. Nach dem 22:26 durch den neunfachen Torschützen Nick Kohnle (einmal mehr in Heininger Überzahl) war die Entscheidung gefallen. Zwei Treffer von Kim Nusser in den Schlussminuten und das letzte von Philipp Keppeler Sekunden vor dem Ende konnten die 27:30-Niederlage gegen den Tabellenführer (die einzige Mannschaft ohne Verlustpunkt) nicht verhindern. „Eine aufoferungsvolle Leistung hat leider nicht gereicht“, fasste Lukas Keppeler zusammen. „Die Moral hat gestimmt“, fügte Michael Schwöbel an und er stellte fest: „Die bisherigen Spiele haben gezeigt, dass wir konkurrenzfähig sind!“
SKV Unterensingen: Heinz, Deuschle; Pracht, Werbitzky (2), Nusser (2), Reinold (2), Hofer, Fuhrmann (1), Sommer (3), Mangold (1), Hiller (2), Münch (5), Keppeler (5/2), Brändle (4).
TSV Heiningen: Weinbuch, Braun; Fink (4/3), Weißer (2), Felix Neudeck (2), Abt, Tassilo Neudeck (1), van der Mei, Krempl (4), Nick Kohnle (9), Felix Kohnle (4), Höer (2), Bauch (2).
Schiedsrichter: Bürkle/Traa
Zuschauer: 300
Rote Karte: T. Neudeck (3. Zeitstrafe / 51.)
Zeitstrafen: Brändle (2), Münch (2), Pracht, Keppeler, Hofer, Werbitzky, Sommer – Fink, van der Mei
Siebenmeter: 3/2 (Keppeler vergibt einmal) – 4/3 (Fink vergibt einmal)
Bericht: Uli Schmid
Foto: Ralf Just


