Mit unter 30 (genauer gesagt 27) Gegentoren kann man schon mal ein Handballspiel gewinnen – nicht aber wenn man selbst nur 23 mal ins Schwarze trifft. So geschehen in der Körschtalhalle am Freitagabend.
Gleich der Beginn der Partie war symptomatisch: Sandro Münch kassierte schon beim Stand von 0:0 in der ersten Spielminute eine Zeitstrafe, und wenig später blieb der Wurf von Philipp Keppeler regelrecht am Pfosten kleben. Und so führten die Gastgeber nach zwölf Spielminuten mit 6:2. „Die HSG war einfach galliger, hat auch jeden Abpraller gewonnen“, monierte Trainer Michael Schwöbel später. Er nahm eine frühe Auszeit, nahm sowohl taktische Wechsel (Umstellung der Abwehr auf 6:0-Deckung) als auch personelle Wechel vor, brachte früh die beiden Youngster Julian Hofer und Kim Nusser. Und die machten ihre Sache wirklich gut, teilten sich die Tore zum 6:1-Lauf von 5:9 auf 11:10 aus SKV-Sicht unter sich auf (Hofer vier, davon einen Hattrick, Nusser zwei). Jetzt versäumte es der SKV, die einmal erzwungene Führung auszubauen, konnte auch eine Überzahlsituation nicht nutzen. So geriet Unterensingen sogar mit 11:12 wieder in Rückstand, und musste mit dem 12:12-Pausenstand zufrieden sein: die HSG hätte sogar vorher auf 13:11 erhöhen können, aber der stark haltende Marvin Heinz parierte einen „Freien“ und in letzter Sekunde donnerte Sandro Münch einen Rückraumhammer zum Ausgleich in die Maschen.
Den zweiten Durchgang eröffnete Julian Hofer mit seinem fünften Treffer, und „nach der Aufholjagd war das Momentum eigentlich auf unserer Seite“, meinte Schwöbel. Aber es kam anders und Ostfildern zog die Partie wieder auf seine Seite. Bis zum Anschlusstreffer von Max Fuhrmann zum 19:20 blieben die SKVler trotzdem dran („Wir haben aber keine richtige Linie gefunden“, so Michael Schwöbel), bevor die schlechte Quote im Angriff ihnen endgültig das Genick brach. Auf 27:21 zog die HSG entscheidend davon, nochmal Julian Hofer und Philipp Keppeler zum 27:23-Endstand konnten das Ergebnis nur noch optisch abmildern. „Das war zu wenig“, kritisierte der sportliche Leiter Lukas Keppeler und er sah auf der postiven Seite vor allem den Auftritt der beiden Youngster. Gleichzeitig blieb er gelassen und meinte: „Das ist kein Beinbruch, als Aufsteiger hier zu verlieren. Wir haben gleich nächste Woche Gelegenheit, das Spiel gegen Ostfildern vergessen zu machen.“ Aber die nächste schwere Aufgabe wartet: am Samstag (Spielbeginn schin um 18 Uhr) ist Aufstiegsfavorit TSV Heiningen, der bis jetzt 6:0 Punkte gesammelt hat, zu Gast in der Bettwiesenhalle.
HSG Ostfildern: Breuning, Dotzauer; Gehrung (5/5), van der Mei (2), Keim (4), Balbuchta, Böhm (2), Allmendinger (1), Sudar (5), Gatzweiler, Abele (1), Aichele (1), Bauer (6), Straub, Fahrion, Küstner.
SKV Unterensingen: Heinz, Deuschle; Pracht (4/3), Werbitzky, Nusser (4), Reinold, Hofer (7), Fuhrmann (1), Sommer, Mangold, Hiller, Münch (4), Keppeler (2), Brändle (1).
Schiedsrichter: Beck/Hochstuhl
Zuschauer: 350
Zeitstrafen: Fahrion, Abele, Aichele – Münch, Sommer, Werbitzky
Siebenmeter: 5/5 – 4/3 (Pracht verwirft einmal)
Bericht: Uli Schmid
Foto: Stefan Rosenfeld


