Der SKV Unterensingen gewinnt sein erstes Punktspiel im Kalenderjahr 2026 nach anfänglichen Schwierigkeiten vor einer euphorischen Kulisse gegen die Spitzenmannschaft aus Bietigheim. Eine frühe Disqualifikation gegen Shooter Jona Bader treibt die Gäste zunächst in Front, diese unterliegen aber letztendlich ihrem hohen Kräfteverschleiß. Der bärenstarke Florian Brändle sorgt mit seinen zehn Treffern für die bisher höchste Torausbeute der Saison.
Zum Rückrundenstart war in der mit 300 Zuschauern ordentlich besuchten Bettwiesenhalle alles für das Spitzenspiel gegen die Bundesligareserve der SG BBM Bietigheim angerichtet. Trainer Michael Schwöbel vertraute zunächst Dominik Werbitzky und Lukas Brunngräber auf den Außenbahnen, Brändle, Sandro Münch und Lorenz Kenner im Rückraum, Maximilian Fuhrmann am Kreis, Marvin Heinz im Tor sowie Thimo Böck per Wechsel in der Abwehr. Letzterer durfte bereits nach 54 gespielten Sekunden auf der Strafbank Platz nehmen. Beim anschließenden Strafwurf durch Boschen, zeigte sich Heinz von Anfang an zur Stelle und brachte das Publikum das erste Mal zum Kochen. Nachdem Bader auf Seiten der Gäste nach einem Foul an Lorenz Kenner ebenfalls frühzeitig für zwei Minuten das Feld räumen musste, erzielte Lukas Volz per Durchbruch in Überzahl die erste Führung für die Hausherren. Bis zum 4:4 in der sechsten Spielminute waren die beiden Teams abwechselnd erfolgreich. Während der SKV in Volz, Münch, Werbitzky und Brändle bereits vier verschiedene Torschützen aufbrachte, trafen bei den Gästen nicht überraschend dreimal Kreisläufer Nils Boschen und Bader. Nachdem dieser bereits früh eine Zeitstrafe kassierte, traf er zudem Brändle unglücklich im Gesicht und sah folglich von den beiden Unparteiischen die rote Karte. Die „Spitzmäuse“ nutzten den personellen Vorteil zunächst aus und gingen durch Lukas Brunngräber und Böck mit 6:4 in Führung (11.). Als wäre der Verlust ihres Unterschiedsspielers ein Wachruf gewesen, spielten die Gäste nun befreiter auf, zwangen die Hausherren zu einfachen Ballverlusten und vollendeten mit dem 7:11 durch Marinko Tuka einen zwischenzeitlichen 1:7-Lauf (17.). Auch eine Umstellung von Schwöbel auf die defensivere Abwehrvariante lieferte zunächst nicht den erhofften Effekt für die „Spitzmäuse“. Rückraumspieler Maurice Herter brachte seine Farben mit starken Einseins-Situationen über 10:14 und 12:15 mit 14:17 in Führung (27.). Wie aus heiterem Himmel ging nun aber ein Ruck durch die Mannschaft der Gastgeber. Münch, Maximilian Schlau und Werbitzky vom Strich egalisierten den Abstand innerhalb von drei Minuten. Dass die Ellentäller trotz Herters Treffer fünf Sekunden vor Halbzeitpfiff dennoch nicht mit einer Führung in die Kabine gingen, lag am Gedankenblitz von Routiner Brändle. Mit einem nicht alltäglichen Strahl vom Anspielkreis traf der Rückraum-Linke dem Torhüter der SG BBM direkt durch die Beine ins Netz und brachte damit das Publikum zum Jubeln.
Kapitän Mike Pracht, der nach über zwei Monaten erfolgreich aufs Parkett zurückgekehrt war, verzog nach seinem Treffer per Tempogegenstoß zum 20:20 schmerzverzerrt das Gesicht (33.). Seine Fußverletzung machte sich wieder bemerkbar und verhinderte ein weiteres Mitwirken des Außenspielers. Es folgte eine Tor-Stafette ähnlich wie in Halbzeit eins. Die Hausherren legten vor, die Gäste glichen aus. Ein Schlüsselmoment zugunsten der „Spitzmäuse“ schien vorzuliegen als Heinz seinem ehemaligen Mitspieler Boschen kurz nach Lorenz Kenners Treffer zum 23:22 einen weiteren Strafwurf abkaufte (37.). Brändle, Volz und Böck schöpften eine weitere Überzahl-Situation aus und gingen mit 27:23 in Führung (43.). Sich etwas zu sicher fühlend ließen die Hausherren zwischenzeitlich die notwendige Konsequenz im Angriff vermissen, wodurch die dynamischen Spieler der Gäste wieder auf einen Treffer anschlossen. Es fehlte jedoch der letzte Schritt zur Wende und Trainer Christian Heuberger sah sich zu einer Auszeit gezwungen, nachdem Werbitzky erst vom Strich scheiterte, den Nachwurf aber zum 33:30 verwandelte (53.). Drei weitere Treffer der Hausherren durch Brändle und den konsequenten Rückkehrer Schlau ließen Heuberger seine Aktion vier Minuten später wiederholen. Das 36:30 auf der Anzeigetafel war bereits eine Vorentscheidung. In den darauffolgenden Minuten wurde Volz ebenfalls berechtigt des Feldes verwiesen, nachdem er den Anlaufweg seines Gegenspielers verkürzt hatte. Dem Erfolg der „Spitzmäuse“ tat dies keinen Abbruch mehr. Der Endstand in der Bettwiesenhalle lautete 38:33.
Die Mannschaft bedankt sich bei den Zuschauern für die lautstarke Unterstützung und hofft möglichst viele Anhänger beim nächsten Spiel in Wolfschlugen begrüßen zu dürfen.
Ein Spieltag ganz im Sinne der „Spitzmäuse“: Neben den Gästen aus Bietigheim verloren auch die SG Hegensberg-Liebersbronn, der TV Flein sowie der TSV Wolfschlugen ihre Auswärtspartien. Damit beträgt der Abstand des SKVs bereits fünf Punkte auf Platz zwei. Der kommende Gegner, der TSV Wolfschlugen, liegt gar bereits sieben Punkte zurück. Dennoch wird das Derby kommenden Samstag im Hexenkessel den Mannen von Michael Schwöbel wieder alles abverlangen.
SKV Unterensingen – SG BBM Bietigheim 2 38:33 (19:19)
SKV Unterensingen: Deuschle (n.e.), Heinz (11 Paraden); Brunngräber (3), Pracht (2), Werbitzky (5/3), Volz (2), L. Kenner (1), Reinold (n.e.), S. Kenner, Böck (3), Fuhrmann (1), Schlau (5), Mangold (1), Münch (5), Brändle (10).
SG BBM Bietigheim 2: Reich, J. Weller; Urban, Bader (1), Murrai (1), Schneider (1), Tontsch (5), Weber, Herter (9), Tuka (3), F. Weller (3), Stuible, Jander (3), Boschen (7/2).
Siebenmeter: 3/4 – 2/4 (Werbitzky scheitert einmal, verwandelt aber den Nachwurf – Boschen scheitert zweimal an Heinz)
Zeitstrafen: 4 – 8 (S. Kenner, Böck – Bader, Murai, Tontsch, Herter)
Disqualifikation: Volz (58., grobes Foulspiel) – Bader (7., grobes Foulspiel)
Spielverlauf: 4:4, 7:11, 12:15, 19:19 – 27:23, 30:29, 36:30, 38:33.
Schiedsrichter: Rojan Bali, Samuel Gaiser
Zuschauer: 300
Beste Spieler: Brunngräber, Schlau, Brändle – Tontsch, Herter, Boschen.

