Vor der Partie gegen den bis dahin punktgleichen HC Neuenbürg wies der SKV die viertbeste Abwehr, aber auch den drittschwächsten Angriff der Liga auf. Die starke Defensive war zuletzt beim 25:23-Sieg beim TV Neuhausen/Erms zu bewundern. Wer dieses Match vor einer Woche und nun die Partie gegen Neuenbürg miterlebte, erlebte zwei völlig andere Spiele: am Samstag sahen die Zuschauer ein unglaubliches Tempospiel beider Seiten mit je 65 Angriffen und am Ende eine Torflut von 82 Treffern. Die 44-“Spitzmäuse“-Tore verteilten sich dabei auf alle Positionen, aus dem Rückraum vor allem von Luis Sommer und Sandro Münch, von außen vor allem von Mike Pracht und Dominik Werbitzky und vom Kreis vor allem von Nico Hiller.
Zunächst legten am Samstag die Gäste vor und Unterensingen glich viermal prompt aus, Sandro Münch sorgte dann für die erste SKV-Führung zum 5:4 in der 8. Minute, nur drei Spielminuten später stand ein 8:5 an der Anzeigetafel. Torhüter Tobias Deuschle, der 60 Minuten durchspielte (insgesamt 13 Paraden mit einer Quote von über 20 Prozent), hielt nicht nur stark, sondern passte wunderbar auf Mike Pracht, der zum 7:5 verwandelte, der nächste Tempogegenstoß nach weiter Vorlage durch Luis Sommer brachte das 8:5 durch Dominik Werbitzky. Nach einem Doppelpack von Nico Hiller zum 10:6 nahm der HC seine erste Auszeit und konnte in der Folge auch mehrfach den Anschlusstreffer erzielen, zuletzt zum 14:15 aus Gästesicht. Luis Sommer, Sandro Münch und Flo Brändle aus dem Rückraum sowie Kim Nusser sorgten dann beim 23:18 für einen Fünf-Tore-Vorsprung. Als nach dem 19. HC-Tor und einer Zeitstrafe für die Gäste noch sieben Sekunden zu spielen waren, reichten diese Sandro Münch aus, um noch den 24:19-Halbzeitstand herzustellen.
Die Überzahl zu Beginn des zweiten Durchgangs nutzte der SKV nicht, die Gäste kamen sogar auf 21:24 heran, aber auch in der Folge nie mehr näher als diese drei Tore. Beim 39:32 (52.) durch einen von Mike Pracht verwandelten Strafwurf betrug der Vorsprung wieder sieben Tore, und die Frage war, wer das 40. Tor erzielen würde. Luis Sommer, der zunächst als Zuspieler überzeugte, dann fünf seiner sieben Tore in der zweiten Halbzeit erzielte, fackelte nicht lange und übernahm diese Aufgabe. Philipp Keppeler, der unter der Woche krank war und nur einige Minuten eingesetzt wurde, traf schließlich Sekunden vor der Schlusssirene zum 44:38. „Das war ein völlig anderes Spiel als letzte Woche. Wir wollten das hohe Tempo, für das Neuenbürg bekannt ist, mitgehen“, fasste Trainer Michael Schwöbel zusammen. Und die mangelnde Torquote in den letzten Spielen war nach dem Torfestival am Samstag kein Thema mehr.
SKV Unterensingen: Deuschle, Heinz; Pracht (9/3), Sommer (7), Münch (6), Hiller (6), Brändle (3), Werbitzky (5), Reinold (1), Hofer (1), Mangold, Fuhrmann (1), Nusser (3), Keppeler (2), Silvan Kenner.
HC Neuenbürg: Regelmann, Neff; Stretz (2), Siedelmann (5), Merz, Köster, Virzi (3), Faeser (4), Beyer, Meyer (6), Rothardt (9), Pollmer (5), Müller, Bäuerlein (3/3), Cotic (1).
Schiedsrichter: Prahst (SG BBM Bietigheim) / Rödiger (TV Großsachsenheim)
Zuschauer: 300
Zeitstrafen: Sommer, Münch, Keppeler, Brändle – Pollmer (2), Siedelmann (2), Köster, Faeser
Siebenmeter: 3/3 – 3/3
Bericht: Uli Schmid
Foto: Ralf Just


